Bamberger Zahnärzte
 

Parodontitis

Parodontitis-Behandlung
(Veralteter Ausdruck „Parodontose“ )

Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnfleischs und des Kieferknochens, die zum Abbau von Knochen, Zahnfleischrückgang, Zahnlockerung oder Zahnverlust führen kann. Die Erkrankung beginnt dabei in der Regel mit einer Entzündung des Zahnfleischsaums (Gingivitis). Nach einiger Zeit schreitet die Entzündung entlang des Zahns in die Tiefe fort und löst Haltefasern und Kieferknochen auf. Die Bereiche der Wurzel, die nicht mehr im Kieferknochen stecken, aber noch von Zahnfleisch bedeckt sind werden dabei als Zahnfleischtasche bezeichnet. Auch das Zahnfleisch selbst kann sich zurückbilden wodurch die Zähne optisch länger erscheinen. Dieser Prozess läuft meist über einen Zeitraum von mehreren Jahren ab und ist bis ins Endstadium ohne Schmerzen.

Es sind verschiedene Risikofaktoren für das Entstehen einer Parodontitis bekannt:
a) Rauchen
b) Eine vererbliche Veranlagung
c) Das Vorhandensein spezieller, besonders aggressiver Bakterienarten im Mund
d) Beläge, vor allem in den Zahnzwischenräumen und am Zahnfleischrand

Inzwischen ist es üblich in allen Fällen von Parodontitis unabhängig vom Schweregrad zunächst eine Grundbehandlung durchzuführen:

a) Vorbehandlung: Optimieren der Zahnpflege und Reinigung der Zähne
Da neben dem Rauchen die Zahnpflege der einzige Faktor ist, den man wirklich beeinflussen kann, ist es von entscheidender Bedeutung, dass ein an Parodontitis Erkrankter eine perfekte Mundhygiene erlernt. Diese muß überdurchschnittlich sein, da Personen die an Parodontitis erkranken wesentlich weniger Beläge an den Zähnen tolerieren, als solche, die nicht an Parodontitis erkrankt sind. Zusammen mit der Zahnarzthelferin lernen sie auch sehr schwierig zugängliche Bereiche mit Hilfe spezieller Hilfsmittel zu reinigen.
Zusätzlich dazu werden die Zähne von allen ohne Betäubung erreichbaren Belägen gereinigt. Dies bezeichnet man als professionelle Zahnreinigung.


b) Behandlung der Parodontitis: Gründliche Reinigung der Wurzeloberflächen unterhalb des Zahnfleischs
Auch unterhalb des Zahnfleischs können sich auf dem Zahn Ablagerungen und Zahnstein befinden. Dies muß gründlich entfernt werden, da diese Auflagerungen einen Schlupfwinkel für die Parodontitis-verursachenden Bakterien darstellen.
Diese Reinigung erfolgt mit Handinstrumenten oder mittels eines Schall- oder Ultraschall-Geräts und spezieller Aufsätze.
Die Reinigung wird in der Regel unter örtlicher Betäubung in 1-4 Sitzungen durchgeführt. Es ist günstig wenn die einzelnen Sitzungen rasch aufeinanderfolgen, um die Reinfektion der behandelten Zähne durch die unbehandelte Zähne zu minimieren.

Durch diese Grundbehandlung lässt sich in den meisten Fällen die Erkrankung zum Stillstand bringen.

 

 

 

 

 

 


Aggressive Parodontitis

In einigen Fällen beginnt die Parodontitis schon unverhältnismäßig früh, oder hat einen besonders schweren Verlauf. Dies liegt meist an einer besonders hohen ererbten Bereitschaft des Immunsystems schon auf kleinste Mengen an Belägen mit Knochen und Zahnfleischabbau zu reagieren. Eine aggressive Parodontitis kann in der Regel mit Mundhygienemaßnahmen und Zahnreinigung alleine nicht zum Stillstand gebracht werden. Hier wird unterstützend mit einem Antibiotikum versucht die besonders aggressiven Parodontitiskeime weitgehend zu eliminieren. Um das richtige Antibiotikum auszuwählen und die Diagnose aggressive Parodontitis zu sichern kann vor der Behandlung eine Probe aus der aus dem Zahnfleischsaum austretenden Flüssigkeit genommen. In einem spezialisierten Labor können darin mittels gentechnischer Methoden die für die Parodontitis relevanten Keime nachgewiesen werden.

Eine rechtzeitige Behandlung einer aggressiven Parodontitis ist von größter Wichtigkeit. Eine aggressive Parodontis kann unbehandelt schon vor dem 50. Lebensjahr zu dramatischen Zahnverlusten führen!

Chirurgische Parodontitisbehandlung

In einigen Fällen sind nach der Grundbehandlung noch weitere chirurgische Verfahren angezeigt. Mit diesen können besonders tiefe Zahnfleischtaschen behandelt werden oder das Nachwachsen von Knochen und Zahnfleischfasern gefördert werden (regenerative Verfahren). Auf die genauen Details dieser Eingriffe soll in dieser Übersicht nicht weiter eingegangen werden.

Unterstützende Pardontitis-Behandlung

Auch nach der erfolgreichen Behandlung bleiben meist Zahnfleischtaschen zurück, außerdem bleiben die genetischen Risiken, die mit zur Parodontitis geführt haben lebenslang erhalten. Deshalb bedarf der an Parodontitis erkrankte Patient einer besonderen, professionellen Unterstützung.
Diese unterstützende Parodontitis-Behandlung ist neben der guten häuslichen Zahnpflege der entscheidend Faktor für den langfristigen Erfolg der Behandlung.

Ablauf einer unterstützenden Parodontitis-Behandlung:
a) Kontrolle, ob Beläge an den Zähnen zu erkennen sind.
b) Kontrolle, ob die Parodontitis „ruht“, oder ob eine weitere Verschlechterung eingetreten ist und eventuell eine weiterführende Behandlung notwendig ist.
c) Profesionelle Zahnreinigung: Gründliche Reinigung und Politur aller Zähne auch unterhalb des Zahnfleischs. Eine Betäubung ist dafür in aller Regel nicht notwendig.

Die regelmäßige professionelle Reinigung der Bereiche unterhalb des Zahnfleischsaumes ist unbedingt notwendig, da sie diese Bereiche nicht selbst reinigen können. Es ist nachgewiesen, dass sich innerhalb von 3-6 Monaten die Zahnfleischtaschen auch nach erfolgreicher Behandlung wieder mit Parodontitis-verursachenden Bakterien besiedeln. Die regelmäßige Reinigung dieser Bereiche (1-4 mal im Jahr, je nach Risiko) kann den entstandenen Bakterienfilm zerstören und so einen Fortschritt der Parodontitis verhindern. Dies ist in zahlreichen Studien, die teilweise schon mehrere Jahrzehnt laufen nachgewiesen worden.

Kosten:
Die gesetzliche Krankenkasse trägt die Kosten für die Reinigung der Zahnoberflächen in der Grundbehandlung

Die Vorbehandlung wird auch von der gesetzlichen Krankenkasse gefordert, aber nicht bezahlt. Deshalb werden die Kosten der Vorbehandlung in der Regel privat in Rechnung gestellt.

Trotz ihrer Wichtigkeit kann die unterstützende Parodontitis-Behandlung leider nicht über die gesetliche Krankenkasse abgerechnet werden und muss privat in Rechnung gestellt werden.
 

 
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