Bamberger Zahnärzte
 

Endodontie (Wurzelkanalbehandlungen)

Eine Wurzelkanalbehandung ist der Versuch einen Zahn zu erhalten, dessen Zahnmark (umgangssprachlich Zahnnerv) erkrankt ist.

1.Ursache und Krankheitsverlauf

Jeder Zahn hat in seinem Inneren einen Hohlraum, den Wurzelkanal, der mit lebenden Gewebe, dem Zahnmark (Blutgefäße, Nerven, Bindegewebe) gefüllt ist.
Erkrankt das Gewebe im Zahninneren, so verursacht dies starke Schmerzen. Die Ursache dafür ist meist eine tiefe Karies, durch die Bakterien in das Gewebe eindringen können und so eine Entzündung hervorrufen. Es gibt aber auch andere Ursachen für eine Erkrankung des Zahnmarks, z.B. Unfälle mit Schädigungen der Zähne.
Eine beginnende Entzündung der Zahnmarks (Pulpitis) kann nach Beseitigung der Ursache (z.B. nach Entfernung der Karies) wieder ausheilen. Eine fortgeschrittene Entzündung mit Schädigung des Zahnmarks führt zum Absterben des Gewebes innerhalb weniger Wochen. Es stirbt immer das komplette Zahnmark im gesamten Zahn ab.
Die Bakterien, die nun den kompletten leeren Wurzelkanal besiedeln, können von der Wurzelspitze aus in den Zahnhalteapparat im Kieferknochen vordringen. Dies verursacht eine Entzündung, die bis zu einem Abszeß (Eiteransammlung unter der Haut) mit starken Beschwerden führen kann. Diese Entzündung im Kieferknochen kann dann auch auf einem Röntgenbild sichtbar werden.

 

2.Prinzip der Wurzelkanalbehandlung

Wenn das Zahnmark unwiederruflich geschädigt oder bereits abgestorben ist, so muss es entfernt werden. Da in diesem Stadium keine Heilung oder ein Nachwachsen des Gewebes mehr möglich ist, werden die Wurzelkanäle gesäubert und mit einer Füllung versiegelt. Dies gewährleistet, dass keine Gewebsreste oder Bakterien im Inneren des Zahns zurückbleiben und auch keine neuen Bakterien von der Mundhöhle in den Zahn eindringen können. Ist das erkrankte Gewebe komplett entfernt und verbleiben keine (oder nur sehr wenige) Bakterien im Wurzelkanal zurück, so heilen die Entzündungen im Zahnhalteapparat und im Kieferknochen in den allermeisten Fällen von selbst aus. Auf dem Röntgenbild ist dies als Zurückbildung des Entzündungsherdes erkennbar, der die Wurzelspitze umgibt. Verbleiben zu viele Bakterien im Wurzelkanal, so werden diese langfristig immer wieder Entzündungen verursachen, da die Bakterien im Inneren des Zahns einen Schlupfwinkel haben, wo sie für die Körperabwehr und auch für Medikamente unerreichbar sind.

 

3.Vorgehen bei der Wurzelkanalbehandlung


Zuerst muss von der Zahnkrone her ein Zugang zum Wurzelkanalsystem geschaffen werden. Danach werden die Eingänge in die Wurzelkanäle gesucht. Ein Zahn kann einen oder mehrere Wurzelkanäle haben, oft laufen auch in einer Wurzel mehrere Kanäle.

Danach wird die Länge des Wurzelkanals gemessen. Dies kann elektronisch und/oder mittels eines Röntgenbildes geschehen. Dies ist wichtig, da einerseits kein Teil der Wurzel unbehandelt bleiben darf, andererseits auch nicht über die Wurzel hinaus gearbeitet werden soll, was den Kieferknochen beschädigen würde.

Nach Bestimmung der Länge erfolgt die Säuberung des Wurzelkanals. Dazu muss das ursprünglich sehr enge und irreguläre System von Wurzelkanälen erweitert und in eine Form gebracht werden, die das Spülen des Kanals und eine Füllung ermöglicht. Diese sogenannte Aufbereitung des Wurzelkanals erfolgt mit Feilen, die in den Wurzelkanal eingebracht werden und dabei Material an den Wänden des Wurzelkanals abtragen. Beginnend mit sehr dünnen Instrumenten wird der Durchmesser der Feilen immer größer, bis der Wurzelkanal auf eine ausreichende Größe aufbereitet ist. Es gibt sehr viele verschiedene Instrumentensysteme, teilweise zum Handgebrauch, teilweise mittels eines Motors angetrieben. Während der gesamten Behandlungen wird der Wurzelkanal ständig mit desinfizierenden Lösungen gespült, um die verbliebenen Bakterien abzutöten.

Ist der Wurzelkanal sauber, so wird er mit einer Wurzelkanalfüllung verschlossen. Danach wird der Zugang zum Wurzelkanal mit einer Füllung oder einer Krone versorgt.

Zur Unterstützung der Ausheilung oder aus Zeitgründen ist es als Zwischenschritt möglich, eine desinfizierende Paste in den Wurzelkanal einzubringen, den Zahn provisorisch zu verschließen und die Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.

Bei der Technik der Wurzelkanalbehandlungen wurden in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, z.B.:
hochelastische Wurzelkanalinstrumente können auch gekrümmten Wurzelkanälen besser folgen
mit optischen Vergrößerungshilfen, z.B. Lupenbrillen oder Operationsmikroskopen können auch schwierig zu findende Wurzelkanäle behandelt werden
mit elektronischen Messgeräten kann die Länge des Wurzelkanals exakter bestimmt werden

 

4.Erfolgschancen einer Wurzelkanalbehandlung


Die Wurzelkanalbehandlung ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode, die mit einer guten Erfolgschance auch schwer geschädigte Zähne noch erhalten kann.

Die individuelle Prognose eines Zahns ist dabei von vielen Faktoren abhängig:
Zerstörungsgrad des Zahns
allgemeiner Zustand des Zahns, z.B. Lockerung, Kippung, Frakturen
Ist das Zahnmark komplett abgestorben und der umgebende Kieferknochen mitbeteiligt
Zugänglichkeit der Wurzelkanäle
Form (Krümmung) und Durchmesser der Wurzelkanäle

Die Behandlung gilt dann als erfolgreich, wenn der Zahn beschwerdefrei ist und auch keine Entzündungen im Kieferknochen vebleiben. Dies sollte regelmäßig mit einem Röntgenbild kontrolliert werden. Das vollständige Abheilen von bestehenden Entzündungen im Knochen erfolgt sehr langsam und kann bis zu 1-2 Jahre dauern.


Ist eine Wurzelkanalbehandlung erfolgreich, so kann der Zahn langfristig erhalten bleiben. Wichtig ist hierbei eine gute und geeignete Versorgung des Zahns, da es sonst zu einer Fraktur (wurzelkanalbehandelte Zähne haben ein höheres Risiko teilweise oder ganz abzubrechen) oder zu einem erneuten Eindringen von Bakterien kommen kann.

Ist die Wurzelkanalbehandlung nicht erfolgreich, so kann eine Wiederholung der Behandlung (Revision) oder ein kleiner chirurgischer Eingriff (Wurzelspitzenresektion) versucht werden.

5.Weiterführende Links

Eine gute Einführungen mit weiterführenden Erklärung der Fachbegriffe und weiterführenden Links findet sich unter http://de.wikipedia.org/wiki/Wurzelkanalbehandlung

Wer Fachchinesisch nicht scheut findet unter http://www.dgzmk.de die aktuellen Stellungnahmen und Leitlinien der wissenschafftlichen zahnmedizinischen Gesellschaften zu allen zahnmedizinischen Themen.

 

 
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